Kick-Off von KI-Transfer Plus mit Digitalministerin Judith Gerlach

RCAI unterstützt gemeinsam mit appliedAI kleine und mittelständische Unternehmen bei der Einführung von Künstlicher Intelligenz

Digitalministerin Judith Gerlach zu Besuch beim Kick-Off-Event des vom Staatsministerium für Digitales (StMD) geförderten Projekts KI-Transfer Plus

Künstliche Intelligenz (KI) kann für Unternehmen bahnbrechende Vorteile bieten. Doch wie können gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) am besten dabei unterstützt werden, Künstliche Intelligenz in Ihrem Betrieb konkret nutzbar zu machen? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Modellprojekts „KI-Transfer Plus – Regionalzentren für Bayerns Mittelstand“, das die bayerische Digitalministerin Judith Gerlach zusammen mit der appliedAI-Initiative des Gründungs- und Innovationszentrums UnternehmerTUM gestartet hat. Im Rahmen der einjährigen Studie soll das Konzept von „KI-Regionalzentren“ untersucht werden, die Unternehmen bei der ganzheitlichen Einführung Künstlicher Intelligenz unterstützen. Neben appliedAI in Oberbayern wird nun das Regensburg Center for Artificial Intelligence (RCAI) zum Regionalzentrum für die Oberpfalz.

Gerlach erklärte: „Von der Optimierung von Lieferrouten bis zum Vergleich tausender unterschiedlicher Bauteile – viele Unternehmen kämpfen mit hochkomplexen Problemen, für die Künstliche Intelligenz passende Lösungen bieten kann. Gerade kleinere Betriebe tun sich aber oft schwer, einen Zugang zu dieser Zukunftstechnologie zu finden. Mit dem Modellprojekt ´KI-Transfer Plus´ wollen wir untersuchen, wie diese Betriebe auf das große Know-how vieler bayerischer Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen zugreifen können.“

Die Unternehmen erhalten mit der Unterstützung durch die Regionalzentren die Möglichkeit zum Aufbau technischer KI-Kompetenz, einer geeigneten KI-Infrastruktur, zur Entwicklung einer langfristigen KI-Vision sowie zur Verankerung von Künstlicher Intelligenz in allen Prozessen und Strukturen der Organisation. Dieser ganzheitliche Ansatz wird gestützt durch die aktive Umsetzung einer unternehmensspezifischen KI-Anwendung. Durch die Arbeit an ihrem individuellen KI-Projekt können die teilnehmenden Unternehmen wertvolle Praxiserfahrung sammeln und bereits während dem Wissensaufbau einen ersten Mehrwert für das Unternehmen schaffen. Das RCAI begleitet im nächsten Jahr drei regionale Partner beim Einstieg in die Künstliche Intelligenz:

  • Die emz-Hanauer GmbH & Co. KGaA aus Nabburg produziert im Bereich Umwelttechnik unter anderem Abfallbehälter mit automatischer Füllstanderkennung. Die erzeugten Daten dienen der Routenplanung von Abfallunternehmen. Künstliche Intelligenz könnte dabei helfen, die Touren zu optimieren.
  • Die FIT AG aus Lupburg ist in der additiven Fertigung tätig. Bei der Produktion tausender individueller 3D-Druck-Bauteile könnte Künstliche Intelligenz bei der Planung von 3D-Druckvorgängen unterstützen und die Abschätzung der Produktionskosten erleichtern.
  • Die Horsch Maschinen GmbH aus Schwandorf produziert innovative Landtechnik. Das Unternehmen muss einer großen Heterogenität in den Materialstammdaten und vielen ähnlichen Bauteilen umgehen. Künstliche Intelligenz könnte hier Konsolidierungs- und Einsparpotenziale identifizieren.

Prof. Dr. Wolfgang Baier, Präsident der OTH Regensburg, erläuterte: „Angewandte Forschung ist typisch für unsere Hochschulart, die immer auch den Transfer im Blick hat, also den Weg von der Forschung hin zur Applikation, zur Anwendung in der Praxis. In diesem Sinne verstehen wir uns als Partner für die Region Ostbayern und arbeiten daher mit vielen Firmen und Unternehmen in ganz Ostbayern zusammen. Gerade im Bereich der KI können wir mit unserem Regensburg Center for Artificial Intelligence, in dem wir alle Forschungsaktivitäten der OTH Regensburg im Bereich der Künstlichen Intelligenz bündeln, die beteiligten Unternehmen mit unseren Kompetenzen effektiv unterstützen.“

Prof. Dr. Wolfgang Mauerer, Direktor des RCAI, betonte: „Das RCAI adressiert Fragestellungen zur KI aus einer diversen Sichtweise, die um unterschiedliche Kompetenzen, Fähigkeiten und Interessen zentriert sind und auf dem wesentlichen Fortschritt in Informatik und Mathematik des vergangenen Jahrzehnts basieren. Es bearbeitet Fragestellungen von hoher akademischer Relevanz. Das vorhandene hohe Domänen- und Anwendungswissen ist eine hervorragende Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit den am Projekt beteiligten Firmen, die ja konkrete, reale Probleme lösen müssen.“

Dr. Andreas Liebl, Geschäftsführer und Gründer von appliedAI, ergänzte: „Mit der appliedAI-Initiative unterstützten wir seit Jahren sehr erfolgreich große und kleine Unternehmen bei der Adoption von KI-Technologien. Der Auftrag des Staatsministeriums für Digitales ist ein wichtiger Schritt, die breite und systematische Unterstützung des Mittelstands zu untersuchen und unsere Methoden und Erfahrungen über KI-Regionalzentren noch vielen weiteren Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Mit diesem weltweit einzigartigen Konzept können wir es schaffen, KI nachhaltig im Mittelstand zu verankern.“

Die Erfahrungen des Modellprojekts werden wissenschaftlich begleitet vom Lehrstuhl für Strategic Entrepreneurship der Technischen Universität München. Besonders im Fokus steht dabei die Untersuchung organisatorischer Veränderungen in den teilnehmenden Unternehmen. Aufgrund der Erfahrungen soll dann über eine mögliche Ausweitung des Programms und den Aufbau weiterer KI-Regionalzentren entschieden werden, um künftig noch mehr Unternehmen den Einstieg in die Welt der KI zu vereinfachen.

Pressemitteilung (StMD)

Digitalministerin Judith Gerlach betont den hohen Mehrwert, den KI für kleine und mittelständische Unternehmen liefern kann.
Dr. Andreas Liebl, Geschäftsführer und Gründer von appliedAI, erklärt, wie KI-Transfer Plus dabei helfen kann, Künstliche Intelligenz im Mittelstand zu verankern.
Prof. Dr. Wolfgang Baier, Präsident der OTH Regensburg, präsentiert Digitalministerin Judith Gerlach weitere anwendungsnahe Projekte des RCAI.
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